2100 – Elsdorf am See

Der Tagebau Hambach ist mit einem Abbaufeld von 8.500 ha der größte Tagebau Deutschlands. Entsprechend der 1974 genehmigten Betriebsplanung sollen hier bis 2045 insgesamt 1.800 Mio t Braunkohle gefördert werden.

 

Bei Abschluss der Förderung wird der Tagebau ein bis zu 400 m tiefes Loch mit einer Fläche von ca. 4.000 ha hinterlassen, das nicht verfüllt werden kann. Dieses “Volumendefizit” erklärt sich zusätzlich zu der geförderten Kohle durch Abraum, der zur Verfüllung benachbarter Tagebaufelder verwendet wurde.

 

Die verbleibende Grube ist zur Verwendung als “Restsee” vorgesehen. Mit dem Abschalten der Sümpfungspumpen braucht das Grundwasser etwa 200 Jahre um auf ein Zielniveau von ca. 15-40 m unter Gelände anzusteigen. Durch die Umleitung von Wasser aus Rhein und Erft soll der Seespiegel dieses Niveau jedoch bereits 2100 erreicht haben.

 

Der Restsee wird mit einer Fläche von 40 km2 der siebtgrößte Binnensee der Bundesrepublik Deutschland sein. Gemäß der gegenwärtigen Planung bestimmen sich Lage und Kontur des Gewässers allein nach betriebstechnischen Gesichtspunkten – ohne Bezug zu den umliegenden Ortschaften.

 

Das im Rahmen der “Regionale 2010” vorgestellte Projekt will nunmehr das naturräumliche, wirtschaftliche und touristische Potential des Sees in den Vordergrund stellen. Das Projekt “2100 – Elsdorf am See” will den See gezielt in seinen kulturräumlichen Kontext einbinden und den Tagebau Hambach als maschinell erstelltes Landschaftselement wirksam werden lassen. Innerhalb der gegebenen Planungsparameter (Lage des Tagebaufeldes, Abbaufortschritt, Volumendefizit, Seespiegel) sollen Uferverlauf und -profil soweit modifiziert werden, dass sie sich auf die angrenzenden Ortschaften beziehen und diesen landschaftlich wie wirtschaftlich einen neuen Horizont bieten.

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The Hambach mine is the biggest open cast mine in Germany, encompassing a total area of 8.500 hectares. Most probably in 2045 there will be a 40 square kilometer wide and 400 meter deep hole in the ground because of the removed brown coal. The plan is to fill the Hambach hole with water and turn it into a lake, making it, by volume, the second largest inland sea in the country. The ongoing plan for the structure and shape of the lake was determined by basic operational considerations, such as the most efficient driving patterns for the giant excavators, without taking the local communities into account. The new proposed project is to restructure the contours of the lake in relation to the surrounding villages, in order for them to profit from the lake’s proximity. Elsdorf as an example would then become Elsdorf-am-See (Elsdorf-on-Sea)! The proposal is to redesign the driving routes of the excavators so that the future lake can be shaped in favour of the surrounding area whilst not interfering with the operations of the mine itself.

Arno Brandlhuber + Büro für Konstruktivismus

©brandlhuber+ Büro für Konstruktivismus

(Foto Hambach: Michael Reisch)

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